Bewegung:Hol dir dein Grundrecht zurück

Wie lasse ich einen hektischen Tag entspannt ausklingen?
Keine Frage, zuhause auf der Couch. TV-Spots, Werbeplakate und Social Media machen es vor. Doch das mediale Porträt kann irreführend sein. Mit Füße hochlegen, Snacken und Fernsehen ist die Stressbewältigung noch lange nicht getan.
 
Diese Frau bewegt sich sportlich auf einer Fitnessmatte
 
Die wahre Stressfrei-Formel: Bewegung. Wenn Du endlich mit einem klaren Kopf in den Feierabend starten willst, dann solltest Du Chipstüte und Fernbedienung schleunigst gegen Laufband und Stepper eintauschen. Denn Sport ist mehr als nur Quälerei. Sport ist Selbstvertrauen. Sport ist Lebensfreude. Sport ist Agilität. Kurz: Sport ist das wohl einfachste Anti-Stress-Rezept unserer Zeit.


Bewegung, der moderne "Kampf-Flucht-Modus

 

Gefahrensituationen mit Kampf oder Flucht zu begegnen, war für unsere Vorfahren eine Selbstverständlichkeit. Heute kommt es nur noch selten vor, dass wir Stress mit einem schweißtreibenden Kampf oder mit einer rasanten Flucht die Stirn bieten.Das Gegenteil ist eingetreten: Wir resignieren, halten die überschüssige Energie in Schach und tragen eine Überdosis Stress mit uns herum. Doch unser Körper scheint nicht für die Resignation gemacht. Er will sich der ununterbrochenen inneren Spannung aktiv entziehen und zwar auf dieselbe Art und Weise, wie es schon unsere Vorfahren getan haben - mit Bewegung.

Erst durch gezielte körperliche Aktivität werden vermehrt Anti-Stress-Hormone wie Serotonin und Endorphine in die Blutlaufbahn abgegeben, die Stresshormone wie Noradrenalin, Adrenalin und Cortisol allmählich neutralisieren. Das körperliche Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung pendelt sich wieder ein. Nicht umsonst darf sich regelmäßige Bewegung auch als der moderne Kampf-Flucht-Modus bezeichnen.


Ein verloren gehendes Grundbedürfnis


Der Kampf-Flucht-Modus steht aber nicht allein für eine erfolgreiche Gefahrenbewältigung. Der Kampf-Flucht-Modus steht auch für ein menschliches Grundbedürfnis: für Bewegung. Körper und Geist sind für die physische Aktivität kreiert - eigentlich. Denn unser modernes Gesellschaftsleben, besser bekannt als erbarmungslose Leistungsgesellschaft, trainiert uns den inneren Bewegungsdrang allmählich ab. Anstatt unser natürliches Bewegungspensum zu erfüllen, verbringen wir den halben Tag sitzend, im rechten Winkel über die Computertastatur gebeugt. Eine schonende Haltung sieht anders aus. Und das lässt uns unser Körper auch spüren.

Die abnormale Haltung baut Muskelmasse ab, beraubt das Becken seiner Stabilität, nimmt der Wirbelsäule ihre Elastizität und unterbricht die Nährstoffzufuhr der Bandscheiben.

Es passiert, was passieren muss:

  • Wirbelsäulenverkrümmungen
  • Bandscheibenvorfälle
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Ohrgeräusche 
  • Verspannungen

 

Orthopädische Leiden sind aber längst nicht die einzige Folge des verloren gehenden Grundbedürfnisses. Auch mit organischen Schäden musst Du rechnen. Nicht selten rächt sich der tägliche Bewegungsmangel mit einem trägen Lymphfluss. Toxine und Schlacken können nicht schnell genug ausgeschieden werden.

Der Körper übersäuert.

Folgen können sein:

  • Osteoporose
  • Zahnfleischbluten
  • Hautirritationen
  • Chronischen Schleimansammlungen
  • Schlafstörungen

 

Ein weiterer Leidtragender des Bewegungsmangels: Unser Gehirn. Gehirnzellen sind mehr als alle anderen Körperzellen auf eine ausgewogene Sauerstoffzufuhr angewiesen. Bleibt ihnen diese verwehrt, so leidet unser ganzes Denken. Ob kreative, analytische oder kombinatorische Aufgaben - unsere "grauen Zellen" schalten auf Verzögerung. Ähnliches lässt sich vom Herz-Kreis-Lauf-System behaupten.

Auf Hochtouren arbeitet es erst bei optimaler Sauerstoffversorgung, die ohne regelmäßige körperliche Aktivität aber nicht gewährleistet ist.

Die Konsequenz:

  • Wir fühlen uns schlapp
  • Ausgelaugt
  • Unmotiviert

 

Lass es erst gar nicht so weit kommen! Leg den Stift aus der Hand, überwinde Deinen inneren Schweinehund und geh Deinem menschlichen Grundbedürfnis nach! Ganz egal, ob Sprint, Radtour oder Spaziergang - nach einer Runde Bewegung sieht die Welt gleich wieder ganz anders aus.


5 Gründe, Dich öfter zu bewegen

Diese Frau macht Sport in der Natur
 
Um kaum ein Thema ranken sich so viele Mythen wie um Sport. Dass Sport glücklich macht, das aber ist kein Mythos. Das ist Fakt.
 
Gerade Ausdauersportarten wie:
 
  • Joggen
  • Schwimmen
  • Nordic Walking
  • Radfahren
 
sind echte Glücksgaranten.
 
Das behaupten zumindest aktuelle wissenschaftliche Studien zum Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und körperlicher Aktivität. Schon eine mäßige Belastung zwischen 30 und 60 Minubeten soll die stimmungsaufhellenden Botenstoffe Serotonin und Endorphin ausstoßen, besser bekannt als die Glückshormone. Sie wirken genau dort, wo Unbehagen entsteht, am erhöhten Stresspegel. So ist die Entspannung unmittelbar nach einem intensiven Workout keinesfalls dem Zufall geschuldet. Sie ist das Resultat eines effektiven Stressabbaus, eines Stressabbaus, der endlich Platz für mehr positive Gefühle schafft.
 
Wenn Deinem Gehirn Bewegung fehlt, dann gib ihm Bewegung! Niederländischen Forschern der Universität Leiden zufolge lässt sich durch regelmäßige körperliche Aktivität das kreative Denken verbessern und Schaffensblockaden vermeiden. Positive Zusammenhänge ergaben sich speziell beim konvergenten Denken, bei der Fähigkeit des linear-rationalen Denkens. Trainierte Studienteilnehmer schnitten bei konvergenten Denkaufgaben nämlich deutlich besser ab als untrainierte. Grund für den geistigen Vorsprung scheint die durch regelmäßigen Sport erhöhte Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns zu sein, die beste Voraussetzung für neue kreativen Dimensionen.

Dass Bewegung das Stresslevel des Körpers nachweislich senkt, das ist längst bekannt. Dass Bewegung aber auch langfristig stressresistenter macht, das wissen nur die wenigstens. So darf Sport nicht etwa nur als Kurzzeittherapie verstanden werden. Sport ist eine Langzeitinvestition, eine Langzeitinvestition in einen regulierten Stresspegel. Wer sich regelmäßig fit hält, der trainiert nämlich die Ausschüttung der Stresshormone.Das Ergebnis: eine allgemeine Stressresistenz. Du lernst, gelassener mit neuen "Gefahrensituationen" umzugehen.


Ob private oder berufliche Konflikte - manche Krisen bringen uns an unsere Grenzen. Nach einer Runde Bewegung sieht die Welt aber schon wieder ganz anders aus. Der aktive Abbau überflüssiger Stresshormone reguliert negative Gefühle wie Zorn, Neid oder Enttäuschung und lässt uns Probleme mit einem klareren Kopf angehen. Eine neutrale Verhandlungsbasis stellt sich ein, eine Verhandlungsbasis, die völlig neue Lösungsvorschläge zulässt.


Es muss nicht immer gleich Burnout sein. Schon lange vor einer Stresserkrankung sendet unser Körper ernstzunehmende Warnsignale aus.

Häufig klagen Betroffene über:

  • Chronische Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Ohrgeräusche
  • Nächtliches Zähneknirschen
  • Herzrasen
  • Magenschmerzen
  • Infektanfälligkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Heißhungerattacken
  • Konzentrationsschwächen

Solange die Symptome nur einmal auftreten, besteht noch kein Grund zur Sorge. Bleiben sie jedoch dauerhaft bestehen (mehr als vier Wochen), so ist es Zeit zu handeln. Mit Handeln sind aber nicht nur kognitive Verhaltenstherapie und Psychopharmaka gemeint. Auch mit kleinen alltäglichen Mitteln lässt sich die Daueranspannung schon therapieren. Eines davon ist selbstverständlich die Bewegung. Für welche Art von Bewegung Du Dich dabei entscheidest, spielt keine Rolle. Hauptsache Du gibst Dir ein Ventil. Und das Beste: Lange warten musst Du auf Deine ersten sportlichen Erfolge nicht. Schon nach 3 bis 4 Wochen regelmäßigen Trainings spürst Du eine neue innere Gelassenheit.

Diese Frau geht gelassen durch den Wald spazieren

Und welcher Bewegungstyp bist Du?


Von Laufsport über Bouldern bis hin zu Crawling - es gibt Sportarten, die hätten wir nie für Sport gehalten. Umso schwieriger ist, aus dem großzügigen Angebot genau die richtige Bewegungstherapie für sich herauszufiltern.

Bist Du vielleicht eher der sanfte Typ?

Wie wäre es mit einer Ladung Adrenalin?

Oder was hältst Du von Ausdauersport?


Für Rastlose

Die Welt um sich herum vergessen, eins mit dem eigenen Körper werden - genau das kannst Du bei der Ruhe- und Entspannungstherapie.Sanfte Bewegungstypen wie Yoga, Pilates, Qi Gong oder Tai Chi setzen auf die Kunst der bewussten Entschleunigung. Durch das subtile Wechselspiel aus Muskelan- und entspannung sowie langsame Atemtechniken findest Du zu Deiner inneren Mitte. Zugleich geht es um die Bedürfnisse Deines Körpers. In der Konzentration auf körperliche Selbstverständlichkeiten wie Atmung und Muskelbewegung findest Du zu Dir selbst. Du lernst Warnsignale richtig zu deuten und entsprechend auf Deine Bedürfnisse zu reagieren.

Für Adrenalinjunkies

Wer macht sich schon freiwillig Stress? Extremsportler tun es. Ob Basejumper, Downhill-Biker oder Tiefseetaucher - sie alle treiben den Stresspegel aufs Maximum hinauf, nur damit er sich nach dem Kick wieder in wohltuende Erleichterung auflöst. Denn je größter die Anspannung davor, desto größer die Erleichterung danach.

Für Kopflose

Vom Extremen zum Ästhetischen - Tanzen ist die ideale Stresstherapie für all diejenigen, die gerne das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Die geschmeidige Bewegung befreit Dich von angestauter Aggression, kurbelt die Fettverbrennung an und macht zur richtigen Musik auch noch jede Menge Spaß. Sei es Paartanz, Line Dance oder Ausdruckstanz - genau wie Yoga & Co fokussiert auch Tanzen die Balance zwischen Körper und Geist. Du lernst Deine Möglichkeiten und Grenzen kennen und verlässt das Training mit einem gestärkten Körpergefühl.

Für Ehrgeizige

Als weitere effektive Anti-Stress-Mittel haben sich neben Tanzen aber auch noch andere Ausdauersportarten wie Laufen, Biken, Wandern oder Skaten bewährt. Sie steigern langfristig nicht nur Deine Stressresistenz, sondern auch Dein Selbstbewusstsein. Mit jedem erfolgreichen Lauf wächst Du über Dich hinaus, überwindest Deinen inneren Schweinehund und gewinnst an mentaler Stärke.
 
Dieser Mann klettert in der Natur auf Gestein

Für Bewegungsmuffel

Auch bei Bewegung ist geteiltes Leid halbes Leid. Nicht umsonst erfreuen sich Mannschaftssportarten wie Fußball, Handball, Basketball oder Eishockey weiterhin immenser Beliebtheit. Kollektiver Stressabbau nennt sich das Gruppenphänomen, das nebenbei auch noch gerne zum Teambuilding genutzt wird. Ein weiteres Plus: die Motivation. Nichts bekämpft den inneren Schweinehund besser als eine feste Verabredung zum Sport. Vor Familie, Freunden oder Kollegen will sich schließlich niemand die Blöße geben.

Für Zurückhaltende

Du würdest gerne einmal so richtig auf den Tisch hauen? Nur zu! Im Kampfsport hast Du endlich die Gelegenheit dazu. Gerade introvertierte Menschen, die sich im Alltag kaum von Aggressionen lösen können, profitieren von einem Schlagabtausch beim Judo, Boxen oder Taekwondo. Doch Vorsicht:Für Menschen mit überdurchschnittlich hohem Aggressionspotential empfehlen sich eher sanftere Alternativen wie Entspannungstraining oder Ausdauersportarten.

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