Stressbewältigung:Stress aus einer neuen Sichtweise

Es gibt nur wenige Wörter, die derart negativ assoziiert werden, wie das Wort „Stress“. Im täglichen Sprachgebrauch ist damit immer etwas Belastendes, Anstrengendes und bestenfalls zu Vermeidendes gemeint. Doch eigentlich ist Stress sogar gesund, schützt er uns doch in schwierigen oder gar gefährlichen Situationen durch die Bereitstellung zusätzlicher Kraft- und Energiereserven.
 

Diese Frau liegt in der Wiese und bewältigt ihren Stress


Stress wirkt!


Nur leider meist nicht so, wie wir uns das wünschen. Denn er bewirkt eine stärkere Beanspruchung des Herz-Kreislauf-Systems.
 
Folgen können sein:
 
  • Das Herz schlägt schneller oder beginnt sogar zu rasen
  • Der Blutdruck steigt
  • Schweißausbrüche
  • Kopfschmerzen
 
Der ganze Körper reagiert auf Stress, indem Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden.
 
Die Hormone wiederum bewirken die Veränderungen im Körper, der nun in der Lage ist, wahre Höchstleistungen zu vollbringen. Früher einmal half diese Körperreaktion den Menschen, vor wilden Tieren und Feinden zu flüchten. Heute kurbelt Stress mitunter unsere Leistungsfähigkeit an – viele Menschen können unter Druck besonders gut oder kreativ tätig sein. Solch eine Hochphase ist aber in der Regel nur von kurzer Dauer, danach folgt ein absolutes Leistungstief.
 
Im Gegensatz zu früher bauen wir die Stresshormone aber nicht durch Bewegung ab, sie reichern sich im Körper an und bewirken eine dauerhafte Anspannung, Gereiztheit und haben teilweise sogar Auswirkungen auf innere Organe. Herz und Magen reagieren meist zuerst auf Dauerstress, der Blutdruck steigt, sogar die Gefahr einer Diabetes-Erkrankung erhöht sich. Dauerstress kann daher ernsthafte Langzeitschäden anrichten – der Stressbewältigung kommt vor diesem Hintergrund eine ganz besondere Bedeutung zu.


Stressbewältigung mit verschiedenen Ansatzpunkten


Zuerst einmal sollte Stress als das gesehen werden, was er ist: in der Regel vorübergehend, nicht schlimm und gut zu bewältigen. Das gilt allerdings nur, wenn Sie die richtige Strategie dafür haben und wissen, wie Sie am besten mit Stress umgehen sollten. Lernen Sie, sich bewusst zu entspannen.
 
Möglich ist es mit:
 
  • Yoga
  • Progressive Muskelrelaxation 
  • Sport
Diese Frau hat eine Möglichkeit gefunden sich von ihren Stress zu lösen
 
Finden Sie den Weg, wie Sie am besten entspannen können und lernen Sie, praktisch von nun auf jetzt alles zu vergessen.
 
Vielleicht brauchen Sie auch einfach nur eine halbe Stunde Ruhe vom Familienalltag, ein gutes Buch und einen leckeren Kakao?
 
Manche Menschen finden sogar bei der Hausarbeit Entspannung, was jedoch am ehesten bei den beruflich Gestressten der Fall sein dürfte. Ein anderer Ansatzpunkt besteht darin, sich vom Stress bzw. von dessen Auslösern zu distanzieren. Wenn auch am Wochenende das Telefon ständig klingelt, bleibt kein Platz für das Familien- oder Privatleben.
 
Doch wenn der Anruf wichtig ist, wird der Anrufer sich später noch mal melden – ignorieren Sie ihn doch einfach. Das sollte zumindest immer dann möglich sein, wenn keine anderen Vereinbarungen getroffen wurden und Sie nicht zugesagt haben, zu Hause erreichbar zu sein. Lernen Sie auch auf der Arbeit, „nein“ zu sagen – Sie machen sich damit nicht unbeliebt, sondern schützen sich davor, als Allrounder missbraucht zu werden.
 
Sie bringen Ihr eigenes Zeitmanagement nicht in Ordnung, wenn ständig Aufgaben zwischengeschoben werden, die eigentlich in das Ressort der Kollegen fallen. Sie geraten nur unter Stress, erledigen die eigenen Aufgaben nicht mehr bzw. müssen diese später nachholen. Ihre Kollegen freuen sich über den zeitigen Feierabend, während Sie noch im Büro sitzen, um das Projekt abschließen zu können. Das ist nicht hilfsbereit, sondern missachtet die eigenen Ressourcen.


Stressbewältigung leicht gemacht: Stress anders sehen


Sehen Sie Stress nicht als negativ an, denn das ist er nicht. Er sorgt dafür, dass Ihre Leistungsreserven bereitgestellt werden und dass Sie zum Lösen immer neuer Aufgaben imstande sind. Zum Problem wird er nur, wenn Sie der Stressbewältigung keinen Freiraum geben und nicht in der Lage sind, wieder zur Ruhe zu kommen. Spätestens dann, wenn Sie nach dem Erledigen einer Aufgabe nicht zur Ruhe kommen, ständig überreizt und übermüdet sind, bereits unter Schlafstörungen leiden oder andere gesundheitliche Probleme wahrnehmen, die sich nicht mit einer normalen Erkrankung erklären lassen, ist es an der Zeit, die Stressbewältigung in Angriff zu nehmen.
 
Der erste Schritt dazu ist, Stress anders zu sehen. Wie bereits gesagt wurde, müssen Sie nicht jederzeit für jeden erreichbar sein. Wenn es die Zeit nicht mehr zulässt, müssen Sie auch das Ihnen aufgebürdete Arbeitspensum nicht an diesem Tag erledigen – morgen ist auch noch Zeit dafür! Abgabefristen entstehen meist nicht kurz vor Feierabend, was zu dieser Zeit aber noch auf Sie einströmt, können Sie in der Regel getrost auf den nächsten Tag verschieben.Sagen Sie sich selbst, dass Sie eines nach dem anderen erledigen.
 
Im Prinzip ist der Umgang mit den Aufgaben im Büro nicht anders als die Betreuung mehrerer Kinder zu Hause: Scheinbar wollen diese auch immer alle gleichzeitig etwas von ihren Eltern, welche dann jedoch sagen müssen, dass der mit dem wichtigsten Anliegen zuerst dran ist, danach folgen alle anderen Kinder. Solch eine Priorisierung sollten Sie auch auf der Arbeit anstreben. Erledigen Sie die „brennenden“ Aufgaben zuerst, der Rest hat Zeit. Sehen Sie Stress nicht länger als negativ an, sondern betrachten Sie ihn als etwas Positives, Leistungsförderndes. Sie müssen lediglich Strategien zur Stressbewältigung erlernen, mit denen Sie wieder zur Ruhe kommen.


Nicht aktiv sein ist gut!


Im Rahmen einer umfassenden Stressbewältigung müssen auch die Pausen überdacht werden. Nein, um mehr zu leisten, dürfen die Pausen nicht etwa abgeschafft werden. Sie sollten nur lernen, sie als etwas zu sehen, das der Erholung dient. Viele Menschen haben ein Problem mit Pausen, werden sie in unserer modernen Leistungsgesellschaft doch mittlerweile als Entschuldigung für Faulheit gesehen. Wer eine Pause macht, ist nicht leistungsbereit, ist nicht aktiv und nicht produktiv. Pausierende Menschen werden gern als zu faul zum Arbeiten bezeichnet, dabei machen sie es genau richtig – und hier setzt Ihre Stressbewältigung an.
 
Diese Zwei Personen machen gerade Pause am Arbeitsplatz
 
Jeder Körper braucht eine Pause, um sich zu erholen und neue Energie zu tanken. Trinken Sie einen Kaffee mit den Kollegen, werten Sie den neuesten Firmenklatsch aus oder machen Sie einen kleinen Spaziergang. Kopf und Körper müssen abschalten können, indem sie mit etwas gänzlich Anderem konfrontiert werden, als das, womit sie es die ganze Zeit über zu tun haben. In der Pause sinkt der Adrenalinspiegel, wir kommen zur Ruhe, lassen die Seele baumeln. Solch eine regelmäßige Pause kann wie ein kleiner Urlaub wirken und bringt die Energie zurück.
 
Finden Sie heraus, womit Sie am besten entspannen können und gönnen Sie sich die fünf Minuten Musik zwischen der Bearbeitung zweier Projekte, lesen Sie eine Seite in einem Buch, ehe Sie in das nächste Meeting gehen. Auch dabei ist ein Umdenken wichtig, wobei Sie sich auf sich selbst konzentrieren sollten. Lassen Sie andere Menschen reden – wenn sie das wollen, finden sie immer einen Grund, ob das nun Ihre Pause oder etwas anderes ist. Hören Sie nur auf sich selbst und darauf, was Ihnen gut tut, werden Sie in dem Punkt zum Egoisten. Die Stressbewältigung ist damit deutlich einfacher und lässt Ihnen Zeit und Raum, sich für wenige Minuten ganz auf sich selbst und Ihre Entspannung zu konzentrieren.


Selbstbestimmt zur Stressbewältigung


Wer seinen Alltag genauer betrachtet, wird feststellen, dass die meisten Dinge fremdbestimmt sind. Wir gehen zur Arbeit, weil das Unternehmen verlangt, dass wir pünktlich um 07:00 Uhr vor Ort sind. Wir halten uns an die festen Pausenzeiten, erledigen alle uns aufgetragenen Dinge. Sobald Sie das Gefühl haben, nicht mehr selbst die Kontrolle über sich und Ihre Zeit zu haben, ist es nötig, etwas zu ändern. Dabei ist klar, dass manche Dinge nicht zu ändern sind – Arbeitsbeginn und –ende zum Beispiel können nur in wenigen Fällen verschoben werden.
 
Sollte Ihr Unternehmen die Gleitzeit favorisieren: Nutzen Sie das und beginnen Sie mit der Arbeit im Büro, wie es zu Ihrem Biorhythmus passt! Der erste Stress entsteht nämlich meist bereits mit dem klingelnden Wecker, der einfach eine halbe Stunde zu früh dran ist. Schrauben Sie eigene Anforderungen an sich selbst herunter: Viele Menschen setzen sich unter Stress, weil sie eine zu große Erwartungshaltung an sich selbst haben. Sie müssen keineswegs perfekt sein, ein bisschen weniger Perfektionismus kann sogar ganz sympathisch und angenehm sein. Und verschafft Ihnen eine Möglichkeit zur Stressbewältigung! Lassen Sie sich nicht in den Tagesplan pfuschen und legen Sie Ihre Termine selbst fest. Planen Sie dabei immer etwas Zeit zwischen den Terminen ein, die Sie mit der vorhin beschriebenen Pause verbringen.
 
So tanken Sie zwischendurch Energie und gehen gestärkt zum nächsten Termin. Delegieren Sie Aufgaben, auch das gehört zur Stressbewältigung. Sie müssen nicht immer alles selbst erledigen, sondern können die durch die Abgabe der Aufgaben gewonnene Zeit für etwas nutzen, das Ihnen lieb und teuer ist. Gehen Sie mit den Kindern auf den Spielplatz, in der Zeit erledigt die mehr oder weniger geliebte Schwiegermutter den Abwasch zu Hause. Treffen Sie sich mit Freunden und nehmen Sie die Kinder einfach mit – diese finden schon eine Beschäftigung. Finden Sie im Büro einen Kollegen, mit dem Sie gut zusammenarbeiten und teilen Sie sich die Bearbeitung des neuen Projekts.


Ist die Stressbewältigung passiv möglich?


Es ist ein Phänomen, dass Stress in der Regel selbst gemacht ist – seine Bewältigung aber auch. Sie kann nicht passiv vorgenommen werden, denn wer einfach nur auf dem Sofa vor dem Fernseher liegt, macht zwar in dieser Zeit nichts wirklich Sinnvolles, wirklich entspannt wird er sich aber nur in den seltensten Fällen fühlen. Sicherlich gibt es hier Ausnahmen und viele Menschen entspannen sich bei ihrem Lieblingsfilm, den sie mit Chips und dem Partner auf dem Sofa sehen. Eine wirkliche körperliche Erholung wird damit aber nicht erreicht und so eignet sich die passive Entspannung nicht zur Stressbewältigung.
 
Diese Frau macht passive Stressbewältigung
 

Bei dieser geht es vielmehr darum, Stresshormone abzubauen und somit dafür zu sorgen, dass der Körper wieder auf „Normalmaß“ läuft. Dafür braucht es Aktivität – wobei eine solche auch schon darin besteht, zum Lieblingssong durch die Küche oder durchs Büro zu tanzen (wobei Letzteres nicht immer angebracht sein dürfte). Machen Sie einfach das, wozu Sie Lust haben und probieren Sie verschiedene Methoden der Stressbewältigung aus. Finden Sie Ihre persönliche Stress-frei-Formel und lernen Sie, das Leben wieder zu genießen!

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