Stress: Geißel unserer modernen Welt

Du reagierst bei jeder Kleinigkeit gereizt, bist unzufrieden und erschöpft und fühlst dich immer öfter überfordert? Dann leidest du mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Stress. Damit bist du nicht allein – jeder Dritte hat hierzulande damit zu kämpfen.Das bleibt nicht ohne Folgen für unsere Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation sieht in Stressbelastung gar eine der größten Bedrohungen des 21. Jahrhunderts. Schon 2020 werde jede zweite Krankschreibung auf ein hohes Stresslevel zurückzuführen sein – so die WHO. Wie es aussieht, ist Stress auf dem besten Wege zur Volkskrankheit Nummer eins zu werden.
 
Dieser Mann steht unter Stress
 
Der fast gebetsmühlenartig wiederholte Stoßseufzer "Bin grade im Stress" ist zur Standardformel geworden. Kein Wunder – unsere schnell getaktete Welt ist von ständigem Zeit- und Termindruck geprägt – und die Anforderungen wachsen stetig.Die Unsicherheit im beruflichen und sozialen Umfeld nimmt zu, die Aufgaben werden immer komplexer, der Erfolgsdruck steigt und die dauernde Erreichbarkeit tut ein Übriges. Unser Selbstwertgefühl ist zudem eng an Leistung gekoppelt. Können wir die geforderte Leistung nicht erbringen, fühlen wir uns weniger wert. All das führt zu einem hohen Stresspegel, der enorme gesundheitliche Risiken birgt.
 
 

Was ist Stress eigentlich genauer betrachtet?

Überlebensstrategie Stress – Erbe unserer Urahnen

 

Ist der Mensch gestresst, schüttet der Körper die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Dopamin aus – der Organismus schaltet auf Alarmbereitschaft. Wir sind regelrecht auf dem Sprung. Die Körperfunktionen fahren hoch: Blutdruck und Herzfrequenz steigen, die Atmung wird schneller, die Sinne schärfen sich und die Reaktionszeit wird kürzer. Sogar unsere Schmerzempfindlichkeit wird kurzzeitig ausgeblendet. Deshalb sind wir unter Stress oft konzentrierter und leistungsfähiger als im Ruhezustand.
 
Diese Fähigkeit ist tief in unseren Genen verwurzelt. Zu Zeiten der Jäger und Sammler sahen sich unsere Vorfahren häufig gefährlichen Situationen ausgesetzt, die eine blitzschnelle Reaktion erforderten. Beim drohenden Angriff eines Raubtiers oder eines Feindes mussten sie in Sekundenschnelle instinktiv auf Kampf-oder Fluchtmodus schalten. In beiden Fällen galt es alle Kräfte zu mobilisieren, um das Überleben zu sichern. Nur mit dieser Fähigkeit konnte der Homo sapiens letztlich die Evolution überdauern.

Auch wenn uns heute kein Raubtier mehr gegenübersteht, greift doch derselbe uralte Mechanismus. Und unser genetisches Erbe hat bis heute seinen Sinn nicht verloren. Gelegentliche Stressmomente gehören zum Alltag dazu. Das kurzfristige Hochfahren unserer Leistungsfähigkeit hilft uns dabei, bestimmte Situationen zu meistern. Stress ist also nicht grundsätzlich etwas Negatives.
 
Das ändert sich, wenn eine vorübergehende Stressbelastung zum Dauerstress wird. Ist das Stresslevel über viele Stunden am Tag deutlich erhöht, läuft der Organismus auf Hochtouren. Ähnlich wie ein Auto, bei dem das Gaspedal ständig voll durchgetreten ist. Allerdings fährt der Motor seine Leistung sofort wieder herunter, wenn man den Fuß vom Gas nimmt. Anders der menschliche Organismus.
 
Die kontinuierlich ausgeschütteten Stresshormone werden vom Körper erst gar nicht mehr abgebaut – es entsteht eine Art Daueralarmbereitschaft. Je länger die stetige Stressbelastung anhält, desto schwerer fällt es, nach der Stress auslösenden Situation wieder zur Ruhe zu kommen. In der Regel nehmen stressgeplagte Menschen die Probleme noch mit in den Schlaf – die ersehnte Erholung bleibt aus. Der Organismus braucht jedoch Entspannung, um seine Batterien wieder aufzuladen. Denn irgendwann sind auch die letzten Energiereserven aufgezehrt.
 
 

Welche Folgen hat ein hoher Stresspegel für unsere Gesundheit?

 

Kaum eine Erkrankung, die nicht auch eine psychische Komponente hätte. Kein Wunder also, dass ein Großteil der Beschwerden mit hoher Stressbelastung in Verbindung gebracht wird. Der Bogen ist weit gespannt. 
 
Es kommt zu:
 
  • Verspannungen                                                                                                                              
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen 
  • Herzrasen
  • Bluthochdruck
  • Verdauungsstörungen
  • Hauterkrankungen
  • Schlafstörungen
Mann weiß vor lauter Überforderung nicht mehr weiter

Eine dauerhaft hohe psychische Belastung und das Gefühl, den täglichen Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein, hinterlässt auch Spuren in der Seele. Meist beginnt bei gestressten Menschen ein gedankliches Kreisen um Misserfolge, unerfüllte Erwartungen und erlittene Enttäuschungen – was den Druck nicht gerade verkleinert. Das eigene Selbstbewusstsein bekommt Kratzer und geht immer weiter in den Keller.
 
Die Fähigkeit positiv zu denken geht verloren. Oft ziehen negative Gedanken Betroffene in eine Abwärtsspirale, die nicht selten in Angstzuständen und Depressionen oder in einem Burn-out endet. Dann heißt es: Nichts geht mehr. Dahinter steckt ein Schutzmechanismus unseres Organismus – der Körper zieht schlicht und einfach den Stecker. Ein Burn-out ist wie ein Infarkt der Seele.
 
Der Betroffene gerät in einen Zustand der emotionalen Erstarrung und Erschöpfung und ist nicht mehr handlungsfähig. Außerdem werden Erkrankte zunehmend gleichgültiger gegenüber ihrem Umfeld. An Burn-out zu erkranken hat keineswegs mit persönlichem Versagen zu tun. Gerade sehr ehrgeizige perfektionistische Menschen mit hohem Anspruch an sich selbst sind besonders häufig betroffen.

Manche machen geltend, dass uns Stress auch vor Krankheit schützen könne. Das funktioniert in der Tat für eine gewisse Zeit. Denn bei Stressbelastung arbeiten auch die Abwehrkräfte des Immunsystems auf Hochtouren, um uns handlungsfähig zu halten. Sobald der Stresspegel jedoch absinkt, werden wir oft krank.
 
Nur eine logische Konsequenz. Die Immunabwehr wird heruntergefahren und der Organismus kann sich kaum noch gegen Viren und Bakterien zur Wehr setzen.
 
Jeder kennt das Phänomen: Sobald Erholung angesagt ist, fühlen wir uns kaum am Urlaubsort angekommen auch schon krank.
 

Die ersten Warnzeichen nicht übersehen

 

Erste Anzeichen für eine ernsthafte Stressbelastung werden gerne ignoriert. Schließlich ist jeder mal gestresst und mit einer privaten oder beruflichen Situation überfordert. Nicht selten entwickeln Menschen mit hohem Stresspegel einen gewissen Zynismus, um sich nicht mit dem eigentlichen Problem auseinandersetzen zu müssen.
 
Nicht selten gehen sie mit einer fatalistischen Einstellung in den Tag. Mitunter führen bei gestressten Menschen schon vermeintlich unwichtige kleine Ereignisse zu Wutausbrüchen – Unzufriedenheit und Ungeduld mit sich selbst und seinem Umfeld nehmen zu.

Dieser Mann leidet an Kopfschmerzen durch täglich hohe Stressbelastung

Falsche Strategien zum Stressabbau

 

Viele Menschen verfallen in Aktionismus, um die innere Spannung abzubauen. Häufig können wir uns auch in Freizeit und Privatleben nicht vom Leistungsgedanken lösen. Statt es locker angehen zu lassen, setzen wir uns selbst hohe Ziele, die es unbedingt zu erreichen gilt.
 
Das geht in der Regel schief, denn damit setzen wir uns noch mehr unter Druck. Außerdem treiben wir dadurch weiter Raubbau an den eigenen Ressourcen. Zwar sind körperliche Betätigung und Sport wichtig für den Stressabbau – doch hochgesteckte Leistungsziele sind eher kontraproduktiv.

Wer zum Stressausgleich Alkohol trinkt, beschreitet einen gefährlichen Weg. Denn der entspannende Drink nach Feierabend bringt nur vorübergehend Erleichterung und hilft bestenfalls, das eigentliche Problem für kurze Zeit zu überdecken. Da die Welt nach einem Glas Wein oder Bier meist tatsächlich etwas freundlicher aussieht, ist die Versuchung groß, das Stressgefühl dauerhaft mit Alkohol zu bekämpfen.
 
Oft ist dies der Einstieg in die Abhängigkeit. Dasselbe gilt für Medikamente und Drogen. Auch hier ist die Versuchung groß, den Stress mit einer Pille einfach auszuschalten. Umso schlimmer das Erwachen, wenn man wieder mit beiden Beinen in der Realität angekommen ist. Auch blauer Dunst ist für Viele ein kurzfristiger Stressbewältiger. Keiner dieser Wege kann tatsächlich eine Problemlösung bieten und erweist sich früher oder später als Sackgasse.

Nicht zuletzt tragen digitale Medienwelt und die Nutzung sozialer Medien ihr Scherflein dazu bei, dass wir nicht mehr zur Ruhe kommen. Wir sind rund um die Uhr erreichbar und haben trotzdem das Gefühl etwas zu verpassen. Und die Fähigkeit mal nein zu sagen ist auf dem Rückzug.


Die Macht der inneren Einstellung

 

Wird der Stress zu groß, geht jede Lebensfreude verloren und wir sind oft nur noch ein Schatten unser selbst. Umso wichtiger, wirksame Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln. Nicht immer ist es möglich, Stressfaktoren aus dem Leben zu verbannen. Wir haben weder die Möglichkeit unseren Chef auszuwechseln, noch können wir Leistungsgesellschaft und Pflichten entfliehen.
 
Doch wie viel Macht wir dem Stress über uns geben, haben wir selbst in der Hand. Denn mit welcher inneren Einstellung wir Stresssituationen begegnen, hat wesentlichen Einfluss auf unser körperliches und seelisches Gleichgewicht. Stehen wir Stressgefühlen negativ gegenüber, löst dies auch negative Gedanken aus, die mehr und mehr Macht über uns gewinnen. Vermeintlich keinen Einfluss auf den Lauf der Dinge zu haben, erzeugt ein Ohnmachtsgefühl.

Zeit in die Offensive zu gehen und dem Stress die Rote Karte zu zeigen! Der Schlüssel zur Stressbewältigung liegt im positiven Denken. Wer positiv an die Dinge herangeht, hat ein erfolgreiches Werkzeug zur Stressbekämpfung in der Hand und kann negativen in positiven Stress umwandeln.
 
Positives Denken reduziert den mentalen Stresspegel und wirkt sich dadurch auch positiv auf die Gesundheit aus – das belegen zahlreiche Studien. Deine Einstellung zum Stress stellt auch die Weichen für Gesundheit oder Krankheit. Verändert sich deine Sichtweise, verändert sich auch die Reaktion deines Körpers.
 
 
Diese Frau hat eine positive innere Einstellung gegenüber Stress  
                                         

Durch Stressabbau zu einem erfüllteren Leben

 

Für viele Menschen ist die Erkenntnis des positiven Denkens ein wichtiger Meilenstein in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Wer diese Strategie erst mal verinnerlicht hat, kann sie Schritt für Schritt in seinem Alltag umsetzen und eine nachhaltige Entschleunigung in Beruf und Privatleben erzielen. Positives Denken weist den Weg zurück in ein erfülltes und zufriedenes Leben, das nicht mehr durch ständige Stressbelastung bestimmt wird.
 
Wer sich nicht mehr von Zwängen und Ängsten dominieren lässt, kann Stresssituationen souverän begegnen und zu eigener Stärke zurückfinden. Dies befähigt uns, Niederlagen und Misserfolge, die nun mal zum Leben gehören, zu verarbeiten, statt sie stetig mental mit uns herumzuschleppen. Die Techniken des positiven Denkens bieten der Fremdbestimmung von außen Paroli und ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben.
 
Worauf wartest du noch?
Nimm dein Leben wieder selbst in die Hand!

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